Wichtige Information über die 5 minuten regel im welpenalter

 

es gibt noch andere Zeit-Regeln, von denen ich inzwischen mehr überzeugt bin als von der 5-Minuten-Regel. 

So habe ich mir in einem Vortrag von Prof. Fischer von der Universität Jena, der die weltweit größte Studie über Hunde-Fortbewegung anhand ausgewählter Rassen betreut hat, auch der Akita ist mit dabei -  und im übrigen Autor des Standardwerkes "Hunde in Bewegung ") ist, folgendes mitgeschrieben : 

Für den Welpen und Junghund gilt folgendes :

Nach 8 Wochen hat der Welpe alle Muskeln, die er braucht, er darf also alles ! Auch das Treppenlaufen ist kein Problem, wenn sich das im normalen Rahmen bewegt. Entscheidend ist die Vielseitigkeit der Bewegungen ! Auch die Länge der Spaziergänge muss man nicht so streng handhaben, es kommt auf den Hund und dessen Bewegungsfreude an. Die alte Regel, nach der pro

Lebensmonat 5 Minuten Spaziergang sinnvoll seien, ist als überholt anzusehen. 

Aus dem, was man heute über die Fortbewegung weiss, ergibt sich, dass die Gelenkknorpel durch Druck und Belastung ernährt werden.

Es ist ungeheuer schwer, ein Gelenk zu überlasten, aber es ist leicht, es zu unterfordern, nicht ausreichend zu belasten !

Ein Hund braucht viel Bewegung und dabei ein Maximum an Bewegungsvielfalt, also keine Einseitigkeit. Die Vielfältigkeit der Bewegungen verhindert Arthrose. Diese entsteht nur dort, wo ein Gelenk oder Gelenkteil zu selten genutzt wird.

Achten sollte man beim Führen an der Leine, auch der Schleppleine, dass der Hund sich nicht infolge der Leine vom üblichen abweichende Bewegungsabläufe angewöhnt. Hunde sollten soviel wie möglich bewegt werden. Am allerbesten im Freilauf, weil der Hund dann ganz von selbst

wechselt, nicht immer geradeaus wie am Fahrrad läuft, sondern mal eine Kurve, einen Stop, eine Kehrtwendung etc. einbaut, verschiedene Untergründe nutzt. Abwechslung ist wichtig.

Das soll nun aber nicht heissen, dass man den Welpen und Junghund völlig unkontrolliert bewegen sollte. Zu viele einseitige Bewegungen, z.B. zu viele Sprünge oder ständiges Trepp auf Trepp ab sollten natürlich vermieden werden, das geht ja auch aus dieser Studie hervor. 

Am Fahrrad laufen sollten unsere Akitas frühestens mit anderthalb Jahren und ob überhaupt, dazu gibt es verschiedene Meinungen. 

Gewarnt werden muss auch vor Sprüngen aus dem Auto, insbesondere der höheren Modelle, die Hundebesitzer besonders gerne nutzen. 

Aber gegen einen Sprung über einen Baumstamm oder einen kleinen Wasserlauf ist nichts einzuwenden, soweit zu Prof. Fischer.

Prof.Dr. Udo Gansloßer und Thomas Baumann betonen aber bei jedem Seminar wie Wichtig auch die Ruhezeiten sind. Denn Bewegung und Ruhe sollen sich sinnvoll ergänzen.

Wie alle Welpen und Junghunde sind auch die Akitas unterschiedlich bewegungsfreudig. Darauf sollte man individuell eingehen. Eine ganz andere Frage ist, wieviel Sinneseindrücke einem Welpen zugemutet werden sollten.  dass der Welpe vor zu vielen Sinneseindrücken bewahrt werden sollte, nicht morgens Einkaufszentrum, mittags Hauptbahnhof usw. Auch diese 

Regel, wonach in den ersten vier Monaten ein Welpe alles kennengelernt haben sollte, weil er das später nicht mehr nachholen kann und unter Umständen Ängste entwickelt, ist überholt. Dieser Zeitraum, in dem die Prägung auf die Umwelt stattfindet, ist nach heutigen Erkenntnissen 

viel länger. Ein Welpe muss ausreichend Pausen haben und braucht noch viel Schlaf, denn im Schlaf verarbeitet er seine Sinneseindrücke. 

 

text und inhalt von japan-akitamitglied bettina pinnekamp